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Datum: 22-06-2010

Beregnung mit IC



 


Derzeit werden in Deutschland wenige neue Golfanlagen gebaut, aber bei vielen der über 700 bestehenden Plätze stehen Teilsanierungen an. Die Golfclubs und Betreiber der Anlagen haben erkannt, dass sie nur mit attraktiven Plätzen neue Mitglieder und Spieler gewinnen können. Das trifft auf den renommierten Golfclub Essen Heidhausen oberhalb der Ruhrmetropole zu. Essen wurde zur Kulturhauptstadt 2010 gekürt. Anlass genug für den Golfclub, den wunderschön am Hügel gelegenen Platz mit großem alten Baumbestand ein "Facelifting" zu unterziehen. Ein Schwerpunkt der Renovation stellt der Einbau einer komplett neuen Beregnungsanlage dar.



Vor vierzig Jahren, als der Platz gebaut wurde, war natürlich der Erkenntnisstand in Sachen Beregnung noch ein anderer als heute. Wie bei bestehenden älteren Anlagen häufig anzutreffen, waren die Rohrquerschnitte der alten Beregnungsanlage zu gering gewählt worden, um den Platz inklusive der Spielbahnen nach heutigen Gesichtspunkten ausreichend mit Wasser versorgen zu können. Das Management machte Nägel mit Köpfen und entschied sich für die Komplettsanierung inklusive der Installation der neuesten IC-Steuerung von Rain Bird.

Mitte Oktober letzten Jahres hatte der mit den Maßnahmen beauftragte Rain Bird Platinpartner Metz Regenanlagen GmbH & Co. KG mit den Arbeiten begonnen. Das Know-how der Firma in Sachen Golfplatzberegnung hat sich mittlerweile im Ruhrgebiet herumgesprochen. So betreut die Firma aus Westoverledingen bei Papenburg im Emsland allein im Umkreis von Essen acht Golfanlagen.



Dabei gestaltete sich das Projekt alles andere als einfach: Zum einen forderte der extrem lange Winter seinen Tribut. So mussten die Installationsarbeiten aufgrund der Bodenverhältnisse immer wieder unterbrochen werden. Zudem stieß das Team an vielen Stellen, wo die neuen Leitungen verlegt werden sollten, auf dicke Gesteinsschichten. „Bei einer Renovationsmaßnahme auf einem Golfplatz kommt es vor allem darauf an, dass möglichst wenig Flurschäden verursacht werden. Deshalb arbeiten wir bei der Verlegung der Beregnungsleitungen, wo immer möglich, mit einem Kabelpflug", berichtet Geschäftsführer Johannes Metz bei dem Vororttermin. Beim Einsatz eines Vibrationspfluges muss kein Graben ausgehoben werden: Die Leitungen werden in einem Arbeitsgang gleich mit eingezogen. Ein sonst übliches anschließendes Wiederverfüllen der Gräben entfällt ebenso. Sowohl die Rohrleitungen als auch die Steuerkabel gleichzeitig verlegt werden. Der umgebende Rasen wird dabei nur minimal tangiert. Bei nassem Wetter verwendet die Firma zusätzlich Aluschienen, um mit den Geräten über den Golfrasen fahren zu können. Das Ergebnis dieser schonenden Arbeitsweise kann sich sehen lassen. Nach Abschluss des Einziehens der Kabel ist von den Erdarbeiten fast nichts mehr zu erkennen. Etwa fünf Wochen nach dem Einbau ist überhaupt nichts mehr von den vorangegangenen Rohrverlegungsarbeiten zu sehen.

Schwierige Bodenverhältnisse

Der Leitungsbau mit Kabelpflug gestaltet sich bei entsprechendem Untergrund sehr wirtschaftlich. Das bestätigt Ralf Pruin, Vorarbeiter und verantwortlicher Monteur bei der Firma Metz – allerdings nur bei entsprechendem Boden. „Mit dem Kabelpflug verlegen wir 100 m Rohre im Sandbett in etwa einer halben Stunde, bei steinigem Untergrund brauchen wir für dieselbe Strecke jedoch fast zwei Tage!“ Aufgrund der schwierigen Bodenverhältnisse wurde daher eigens für den Einbau der Rohre ein Minibagger mit Hydraulikhammer angemietet, um das Gestein an diesen Stellen herauszubrechen. Bei steinigem Untergrund wird der Kabelkanal frei gebaggert und dann das Gestein mit dem Hydraulikhammer herausgebrochen. Zum Teil musste sogar eine  Felsradfräse eingesetzt werden, um die harten Gesteinsschichten zu zerkleinern. Auf der Baustelle in Essen sind daher permanent sechs Leute und etwa zehn Maschinen im Einsatz.

Immerhin hat allein die Hauptbewässerungsleitung auf dem Golfplatz eine Länge von rund 6.000 m. Bei der Installation werden die PE-Rohrleitungsstränge verlegt und dann miteinander verbunden. Das geschieht laut Vorgaben des Architekten anstelle der Schraubverbindung im so genannten Heißschmelzverfahren mithilfe eines mobilen Schweißgerätes.

Das jetzt in drei Zonen eingeteilte Hanggelände - flach, mittel, hoch - erforderte auch eine komplett neue Pumpstation, bei der jede Zone eine ihr zugeordnete Pumpe erhält. Sie werden mit Wasser aus einem Beregnungsteich versorgt, weil der Golfplatz am höchsten Punkt von Essen gelegen ist. verschiedene Pumpen mit 6/7 bar, 10/11 bar und 15 bar versorgen den ihnen jeweils zugeordneten Bereich.

 

Brandneue IC-Steuerung

Bei dem Projekt wurde erstmals von der Firma Metz die neue IC-Steuerung von Rain Bird verwendet. Dabei handelt es sich um ein neuartiges System, welches nur ein zweiadriges Steuerkabel benötigt, mit dem alle Regner kontrolliert und gesteuert werden. Johannes Metz erläutert die Besonderheit der IC-Steuerung: „Hier müssen keine Decoder mehr zur Regelung der Magnetventile in die Ventilkästen eingebaut werden, sondern die Steuereinheiten sind gleich in den Regnerspulen integriert. So lassen sich beispielsweise auch einzelne Regner ansteuern. Außerdem geht die Montage schneller von statten und es wird insgesamt weniger Kabel benötigt. Darüber hinaus wurden die Regnergewinde geändert, so dass sich jeder Regner jetzt durch ein Klicksystem rund fünf Minuten schneller montieren lässt als vorher. Das alles zusammen reduziert die Einbaukosten, die sich aus ca. 50% Material- und 50% Lohnkosten zusammensetzen.“



Auch für den Greenkeeper bringt die neue intelligente Steuerung Vorteile mit sich.

Bei dem 18-Loch-Golfplatz können nach der Renovation alle Grüns, Abschläge und Fairways komplett automatisch beregnet werden. Für die zweireihige Beregnung der Fairways werden ca. 250 Rain Bird Getrieberegner des Typs Eagle 700 verwendet. Die Grüns werden mit Eagle 750 Regnern und die Abschläge mit Regnern vom Typ 5500 – ebenfalls von Rain Bird - beregnet. Die Steuerung und Kontrolle der Anlage erfolgt dabei zentral vom Computer im Büro des Greenkeepers aus. Das Design der Leitungen wurde wartungsfreundlich ausgelegt. Dadurch dass die Regnerleitungen in U-förmigen Kreisen, abgehend von der Hauptleitung versorgt werden, kann die Anlage etwa bei einem erforderlichen Regnertausch partiell abgesperrt werden. Die weiteren Beregnungskreise sind davon nicht betroffen.

 

Der Greenkeeper ist gefragt

„Auf einem Golfplatz ist es nötig pro Woche ca. 25 bis 30 Liter pro Quadratmeter zu beregnen“, wie der Beregnungsexperte erläutert. Es gilt also hier die Niederschlagsmenge dementsprechend durch Beregnung entsprechend zu ergänzen. „Der so genannte Rain-Watch, ein spezieller Regensensor, kommuniziert mit dem Steuersystem und verhindert auf diese Weise, dass eine Überberegnung stattfindet. Man spart Strom und Wasser. Die Mehrkosten von rund 1.000 Euro für den Sensor haben sich daher auf einem Golfplatz schnell amortisiert. Greenkeeper sollten diese Einstellung unbedingt nutzen.“

Die Standardberegnungszeit ist in der Regel von 22 bis 6 Uhr. In diesen acht Stunden  muss die komplette erforderliche Wassermenge zugeführt werden. Dabei helfen verschiedene von Rain Bird angebotene Programme wie z.B. das „Cycle and Soak“, womit zunächst die Fläche fünf Minuten lang beregnet wird, dann kommt eine Pause und danach lässt man es weiter regnen. Dadurch kann der Rasen bei bestimmten Bodenverhältnissen die Beregnungsgabe besser aufnehmen. „Wenn der Greenkeeper das System voll nutzt“, so Johannes Metz, „kann er aus seiner Beregnungsanlage einen großen Nutzen ziehen. So lässt sich beispielsweise sogar damit exakt ermitteln, wie teuer ein Beregnungsgang ist.“ Kontakt: Tel. 07032/990126, www.rainbird.de, Tel. 04961/94850, www.metz-beregnung.de

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